JADAM Microbial Solution (JMS): praktische Anleitung
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🧫 Zusammenfassung: JADAM Microbial Solution (JMS) (Klicken zum Ausklappen)
Die JADAM Microbial Solution (JMS) ist ein mikrobieller Bodenaktivator zur massiven Vermehrung einheimischer Mikroorganismen. Sie stellt die Biodiversität im Boden wieder her, macht Nährstoffe verfügbar und stärkt die Vitalität der Pflanzen von der Wurzel bis zum Blatt.
- Hauptfunktion: Biologische Bodenbelebung und Wurzelaktivator; siedelt nützliche Mikroorganismen (auch in tieferen Bodenschichten) an.
- Vorteile: Extrem kostengünstig (keine Melasse/Strom nötig), nutzt lokal angepasste Mikroben („Indigenous Microorganisms“).
- Inhaltsstoffe: Weiches Wasser, Walderde (Impfquelle), gekochte Kartoffeln (Kohlenhydrate) und Meersalz (Mineralien).
- Faustformel (5L Ansatz): 1 mittlere Kartoffel (gekocht & zerdrückt), 1–2 Prisen Meersalz, eine Handvoll Walderde (im Beutel) und 5L Wasser.
-
Anwendung & Dosierung:
- Gießen: 1:1 bis 1:200 (bepflanzt) oder pur bis 1:1 (unbepflanzt).
- Sprühen: Pur bis 1:1000 (Blattdüngung/Pflanzenschutz).
- 💡 Profi-Tipp: Achte auf die Temperatur (max. 31°C). Bringe die Lösung am „Peak“ aus (starke Blasenbildung), kurz bevor der Schaumring wieder aufbricht.
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Während Methoden wie Komposttee und Indigenous Microorganisms (IMO) vielen Growern und Gärtnern bekannt sind, bietet die JADAM Microbial Solution (JMS) eine noch einfachere und kostengünstigere Alternative zur Vermehrung nützlicher Mikroorganismen. Mit minimalem Aufwand und geringen Kosten kann praktisch jeder JMS herstellen – und damit seinen eigenen Boden aktivieren.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist JMS?
- Vorteile von JMS
- Der Unterschied
- Materialienliste
- Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Der „Erntezeitpunkt“ (Peak erkennen)
- Anwendung von JMS
- JMS verstehen lernen
- Tipps zu JMS
- Fazit
- FAQ - meist gestellte Fragen
1. Was ist JMS?

JMS nutzt Mikroorganismen aus dem Wald oder der unmittelbaren Umgebung (Mikroklima), welche mit Wasser und gekochten (meist) Kartoffeln vermischt werden. Die Kartoffeln liefern Kohlenhydrate und dienen als Futter für Mikroorganismen. Ein Gramm Walderde enthält etwa 2 bis 10 Milliarden Mikroorganismen. In der Lösung verdoppeln sich Bakterien alle 20 Minuten, Pilze alle 1 bis 3 Stunden. Das fertige JMS enthält dadurch eine extrem hohe Konzentration an Mikroorganismen, die Nährstoffe umwandeln, Pflanzen stärken und sogar Schädlinge wie Trauermücken unter Druck setzen können.

Neu hier?
Falls du dich fragst, was hinter der koreanischen JADAM-Methode steckt, lies zuerst unseren Basis-Artikel: Was ist JADAM?
Neben Komposttee und IMO bietet JMS somit eine effektive Methode und solide Basis, den Boden ohne teure Zusätze wie Effektive Mikroorganismen oder MicroRoots zu revitalisieren, das Wurzelwachstum zu verbessern und Nährstoffe schneller verfügbar zu machen.
2. Vorteile

Im Vergleich zu klassischen „Living Soil“-Inputs ist JMS:
- günstig (Verzicht auf Zuckerquellen wie z. B. Melasse)
- einfach herzustellen (kein Bedarf an extra Luftpumpen)
- überall herzustellen (unabhängig vom Ort – z. B. am Feld, im Gewächshaus usw.)
- biodynamisch (sehr aktive, konzentrierte mikrobielle Lösung)
- multifunktional (zum Gießen und Sprühen geeignet)

3. Der entscheidende Unterschied
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Komposttee und IMO setzen vor allem auf aerobe Mikroorganismen. Diese leben hauptsächlich in den oberen wenigen Zentimetern des Bodens (oft nur bis ca. 10 cm Tiefe) und sind auf Sauerstoff angewiesen: Fehlt Sauerstoff, sterben viele dieser Mikroben schnell ab. Genau deshalb funktionieren solche Präparate besonders gut auf Blattoberflächen oder in der sauerstoffreichen Oberbodenzone – tiefer im Boden verlieren sie ihren Nutzen.

Wenn man sich jedoch die ältesten Bäume der Welt anschaut, fällt auf: Ihre Wurzeln reichen tief in den Boden. Dort beginnt die anaerobe Zone, die zwar (noch) weniger Mikroorganismen beherbergt, aber für die langfristige Versorgung und Stabilität von Pflanzen entscheidend ist. Genau hier setzt JADAM an. JMS sollte so tief wie möglich in den Boden eingebracht werden, damit die Wurzeln beim Vordringen in diese Bereiche mit den dort angesiedelten Mikroorganismen eine Symbiose eingehen können. Das kann dazu beitragen, dass Mineralien, Nährstoffe und sogar Wasser (aus tieferen Erdschichten) effizienter aufgenommen werden. Würde man in dieser Tiefe stattdessen Komposttee einsetzen, hätte das kaum Effekt – die Mikroben würden dort schlicht nicht überleben.
4. Materialienliste

- Wasser (frisches Regenwasser, abgestandenes Osmosewasser oder Leitungswasser)
- Walderde (vorzugsweise aus Laub- oder Mischwäldern) oder hochwertiger Kompost
- Kohlenhydrate (z. B. gekochte Bio-Kartoffeln, Reis oder Nudeln etc)
- Ein Beutel (z. B. Socke, Strumpfhose oder Wäschesäckchen)
- Ein Gewicht (Stein o. Ä.) und ein Stab zum Befestigen
- Ein Behälter
- Optional: wasserlösliche Mineralien → Meersalz oder Steinsalz (kein Jodsalz)
Pro 5 Liter Ausgangslösung benötigt man 1 kleine bis mittlere Kartoffel und etwa halb bis genauso viel Walderde wie Kartoffel. Also 1:1 oder 2:1. Zusätzlich 1-2 Prisen Meer-/Steinsalz. Wir arbeiten lieber mit Augenmaß, da der Aufwand des exakten Abmessens oft größer ist als die Herstellung selbst.
Das Bild verdeutlicht das Ergebnis bei der Verwendung verschiedener Kohlenhydratquellen. Oben (schwarzer Eimer) wurde klassisch zerdrückte Kartoffel verwendet, links unten (weißer Eimer) wurde Kloswasser genutzt und rechts unten (gelber Eimer) wurde Nudelwasser verwendet.
5. Schritt-für-Schritt Anleitung
Schritt 1
Gib in den vorgesehenen Behälter die vorab gemixten/zerdrückten Kartoffeln, das Meersalz und das Wasser.
Schritt 2
Befülle den Beutel mit Walderde und lege das Gewicht mit hinein.
Schritt 3
Binde ihn zu, befestige ihn anschließend am Stab. Nun wird der Beutel so hingehängt, dass er komplett mit Wasser bedeckt ist, den Boden aber nicht berührt.
Schritt 4
Massiere den Inhalt des Beutels vorsichtig im Wasser aus und rühre bei Bedarf kurz um.
Schritt 5
Lass die Mischung 24 bis 72 Stunden bei ca. 22–24 °C (mindestens 19 °C) stehen. Ist das Wasser kälter, empfiehlt sich ein Aquariumheizstab.

(👆Nach ca 12 Stunden)

(👆Nach ca 24 Stunden)
6. Der perfekte "Erntezeitpunkt"?

(👆Nach 36 Stunden)
Nach einigen Stunden bilden sich Blasen um den Beutel – ein Zeichen für mikrobielle Aktivität. Der Höhepunkt ist erreicht, wenn der Blasenring beginnt zu verschwinden und aufzubrechen. Das fertige JMS sollte innerhalb von 12 Stunden verwendet werden, da die Mikroorganismen danach absterben.
Wenn der Höhepunkt (Peak) verpasst wurde, kann JMS trotzdem noch verabreicht werden – denn es enthält weiterhin Nährstoffe, welche das Pflanzenwachstum fördern.
7. Anwendung von JMS
JMS eignet sich für:
- Erwerbs- und Hobbygärten
- Stadtparks, Äcker, Golf- und Fußballplätze
- Balkone sowie Indoor-Pflanzungen
- Substrate sowie Kompost
Besonders dort, wo das Bodenleben geschwächt oder kaum vorhanden ist. Aber auch in langjährig organisch gedüngten Böden kann JMS das Bodenleben weiter stärken und verbessern.
- Unbepflanzter Boden: pur oder 1:1 auftragen
- Bepflanzter Boden: 1:1 bis 1:200
- Spritzanwendung: pur oder bis 1:1000
- Landwirtschaftliche Flächen: 300-500 L pro Hektar (1:10 bis 1:1000)
Intervall: Bei jedem Gießvorgang oder alle 1 bis 2 Wochen. Bei mehrjährigen Kulturen sollte im Frühling, Sommer und Herbst jeweils einmal JMS verabreicht werden. Landwirtschaftliche Fläche sollten zumindest vor der Hauptkultur beimpft werden.
8. JMS verstehen lernen
In Südkorea wurde 1935 Cho Han Kyu geboren, der Gründer des Korean Natural Farming (KNF). Sein Sohn, Youngsang Cho, entwickelte diese Methoden weiter und gründete JADAM Organic Farming. Während KNF auf aerobe Mikroorganismen (angeblich „gute Mikroben“) setzt, fokussiert sich JADAM stärker auf anaerobe Mikroorganismen. Youngsang Cho betont, dass es schwierig bis nahezu unmöglich ist, klar zwischen „guten“ und „schlechten“ Mikroorganismen zu unterscheiden, und plädiert stattdessen für die Nutzung der natürlichen Biodiversität des Bodens.
Leonardo da Vinci sagte einst: „Wir wissen mehr über den Himmel über unseren Köpfen als über den Boden unter unseren Füßen.“ Die Bedeutung von Mikroorganismen für die Bodenfruchtbarkeit ist unbestritten – und obwohl nur etwa 0,5–2 % der Bodenmikroorganismen überhaupt bekannt sind, nimmt sich der Mensch dennoch das Recht, zwischen „guten“ und „schlechten“ Mikroorganismen unterscheiden zu wollen.
INFOBOX KNF
9. Tipps rund um JMS

- Fertiges JMS kann auch als Kickstarter für neue JMS, JLF und weitere Fermente dienen.
- Die Kohlenhydratquelle kann für eine bessere Bioverfügbarkeit vorab fein gemixt werden.
- Am besten bringt man JMS unmittelbar vor Regen aus, damit das Wasser die Mikroorganismen nach unten transportiert. Alternativ kann JMS auch über Tropfbewässerung eingebracht werden – idealerweise lässt man diese etwa 90 Minuten laufen.
- Beim Anlegen von (Hoch-)beeten kann JMS schon bei halb befüllten Beeten hinzugefügt werden.
- Die enthaltenen Mikroorganismen sind oft fakultativ. Das bedeutet, sie können sowohl in anaeroben als auch in aeroben Milieus leben.
- An spezifische Kulturen angepasste Mikroorganismen können ebenfalls gezüchtet werden (z.B. Tomaten-JMS durch Zugabe von Tomaten).
10. Fazit
JMS ist eine kostengünstige und effektive Methode, um den Boden zu beleben und die Pflanzenvitalität zu steigern. Probier es aus – und erlebe selbst, was ein wirklich lebendiger Boden bewirken kann.
11. FAQ - meist gestellte Fragen
F: Wieso nutzt man Salz? A: Mikroorganismen benötigen genau wie Menschen und Tiere Mineralien und Spurenelemente.
F: Wieso kein Jodsalz? A: Jodsalz enthält im Vergleich zu Meer- oder Steinsalz keine Mineralien. Meersalz dagegen enthält mehr als 80 Mineralien.
F: Kann JMS während der Blütephase eingesetzt werden? A: Ja, JMS kann während jeder Phase eingesetzt werden.
F: Wie riecht JMS? A: JMS hat seinen eigenen Geruch. Nicht unangenehm oder stinkend, sondern eher etwas süßlich.
F: Wie viele Mikroorganismen hat JMS? A: Man geht davon aus, dass JMS mehrere Milliarden Mikroorganismen besitzt.
F: Was ist gute Walderde? A: Ein guter Indikator ist der Geruch. Riecht es wie gesunder Waldboden, enthält es eine Vielzahl von Mikroben.

1 Kommentar
Habe JMS heute angesetzt. Ich bin auf die Wirksamkeit gespannt.
Für solche kostengünstigen Düngealternativen bin ich dankbar, bei den momentanen Preisen für kommerzielle Dünger!
für ähnliche "Natürliche"Düngezusätze.